Was kostet Hundephysiotherapie – und warum?

Warum ist der Ersttermin teurer, als der Folgetermin? Was bekomme ich für mein Geld? Ist das alles gerechtfertigt? In diesem Artikel beantworte ich diese und noch mehr Fragen zum Thema "Moneten" 🤑

INFOS ÜBER MEINE ARBEIT

Svenja Stoll

1/22/20265 min read

Was kostet Hundephysiotherapie – und warum?

Früher oder später taucht sie auf, diese Frage:

Warum kostet Hundephysiotherapie so viel?

Eine berechtigte Frage.

Und eine, die ich gern beantworte – ruhig, transparent und ehrlich. Denn hinter einem Preis steckt mehr als eine Zahl.

Er steht für Verantwortung, Qualität, Zeit, Wissen – und für das, was deinem Hund langfristig zugutekommt.

Du bezahlst nicht für eine Stunde – sondern für eine umfassende Behandlung

Auch wenn ich bei einem Ersttermin eine ungefähre Zeitspanne angebe – in der Regel 60 bis 90 Minuten – bezahlst du bei mir nicht die Zeit, sondern die Leistung und die Begleitung, die darauf folgt.

Oder auch: das Ergebnis einer umfassenden, ganzheitlichen Behandlung.

Die Zeit ist dabei nur ein Rahmen. Denn Therapie ist kein Abarbeiten von Minuten – sondern ein Prozess, der dann endet, wenn wir das erreicht haben, was für diesen Hund an diesem Tag sinnvoll und möglich ist.

Ein Ersttermin kostet bei mir – Stand Januar 2026115 €, unabhängig davon, ob wir 60 oder 90 Minuten brauchen.

Nicht, weil Zeit egal wäre, sondern weil sie nicht der Maßstab ist.

Was gehört alles zu einem Ersttermin?

Ein Ersttermin beginnt nicht erst an der Haustür.

1. Vorbereitung & Anamnese

Nach der Terminvereinbarung erhältst du einen personalisierten Link für das Erstaufnahme-Formular.

Hier kannst du mir alles über deinen Hund mitteilen:

  • aktuelle Beschwerden

  • Vorgeschichte

  • Persönlichkeit und Verhalten

  • Lebenssituation und Alltag

Im Idealfall werden hier auch bereits Röntgenbilder, Blutbefunde oder tierärztliche Berichte hochgeladen.

Je mehr ich im Vorfeld weiß, desto gezielter kann ich arbeiten – und desto mehr Zeit bleibt im Termin selbst für die direkte Arbeit am Hund.

Diese Informationen lese ich nicht „nebenbei“. Ich trage sie in meine Praxissoftware ein, lege deinen Hund dort als Patienten an und beginne, ein immer klareres Bild zu entwickeln. Das kostet mich ca. 45 Minuten Zeit.

Dieses Bild wächst von Termin zu Termin – und ist die Grundlage für eine nachhaltige Therapie.

2. Das persönliche Gespräch

Beim Termin selbst, der zwischen 60-90 Minuten dauert, starten wir nicht sofort mit der Behandlung.

Zunächst führen wir ein intensives Anamnesegespräch:

  • offene Fragen

  • neue Beobachtungen

  • Alltag, Fütterung, Fell, Verhalten, etc.

  • die Beziehung zwischen Mensch und Hund

Denn ich arbeite ganzheitlich.

Gesundheit entsteht nicht nur im Körper – sie ist immer das Ergebnis vieler Faktoren.

3. Gründliche Befundung

Im Anschluss untersuche ich deinen Hund vollständig:

  • Gelenke

  • Muskulatur

  • Faszien

  • Beweglichkeit

  • mögliche Blockaden

  • Schmerzreaktionen

Ich taste den gesamten Körper ab, beobachte Reaktionen und speichere all diese Informationen mental – um sie später sauber zu dokumentieren und direkt in die Behandlung einfließen zu lassen.

4. Die Behandlung

Eine vollständige erste Behandlung ist im Ersttermin immer enthalten. Diese reguläre Behandlung kostet einzeln 75 € (Stand Januar 2026).

Der Ersttermin liegt also nur 40 € darüber, beinhaltet aber deutlich mehr, wie du hier lesen kannst. Allein daran sieht man:

Der Ersttermin ist nicht „teuer“ – er ist im Verhältnis sogar der umfangreichste und günstigste Termin.

5. Nachbesprechung & Anleitung

Nach der Behandlung besprechen wir alles in Ruhe:

  • was ich gefunden habe

  • wie dein Hund reagiert hat

  • was du im Alltag unterstützen kannst

Oft zeige ich dir:

  • einfache Übungen

  • Handgriffe

  • kleine Anpassungen für zu Hause

6. Dokumentation & Therapieplan

Meine Arbeit endet nicht, wenn ich die Haustür hinter mir schließe.

In den folgenden Tagen erstelle ich einen ausführlichen Behandlungsbericht – zwischen 4 bis 10 Seiten lang. Dafür benötige ich ca. 1 Stunde.

Er dient als:

  • Übersicht für dich

  • Grundlage für Tierärzt:innen oder andere Therapeut:innen

  • Dokumentation des therapeutischen Prozesses

Zusätzlich erstelle ich meist einen individuellen Therapieplan (Arbeit ca. 30 Minuten), der über Wochen oder Monate weiterentwickelt wird – solange dein Hund bei mir in Behandlung ist.

7. Begleitung zwischen den Terminen

Was viele nicht sehen:

Ich bin auch zwischen den Terminen da: Ich beantworte Fragen, schaue mir Videos an, beruhige, erkläre, begleite.

Das summiert sich schnell auf ein bis zwei Stunden pro Woche zusätzliche Zeit – die ich bewusst nicht extra abrechne.

Warum?

Weil gute Therapie Beziehung braucht.

Warum ich nicht nach Stunden abrechne

Wenn ich all diese Leistungen nach Stunden abrechnen würde, wäre Hundephysiotherapie für die meisten Menschen nicht bezahlbar.

Um das greifbarer zu machen, hier ein realistisches Beispiel am Ersttermin:

– Vorbereitung, Sichtung der Unterlagen und Einpflegen in die Praxissoftware: ca. 45 Minuten

– Persönliches Anamnesegespräch, Befundung und Behandlung vor Ort: 60–90 Minuten

– Nachbereitung, Dokumentation und ausführlicher Behandlungsbericht: 60 Minuten

– Erstellung eines individuellen Therapieplans: ca. 30-45 Minuten

Insgesamt arbeite ich an einem Ersttermin also ca. 4 Stunden (An- und Abfahrt NICHT mitgerechnet).

Würde ich diese Zeit klassisch nach Minuten abrechnen – selbst bei einem moderaten Satz von 1,50 € pro Minute – läge der Preis für einen Ersttermin bei rund 360 € plus Fahrtkosten!

Deshalb tausche ich nicht Zeit gegen Geld, sondern arbeite mit Pauschalen – fair kalkuliert, transparent und realistisch.

Du siehst: Der Ersttermin, der oft als teuer wahrgenommen wird, ist in Wahrheit der günstigste Termin mit dem größten Arbeitsaufwand.

Jede Behandlung ist individuell

Kein Hund ist wie der andere. Kein Körper reagiert gleich. Keine Therapie gleicht der nächsten.

Ich passe jede Behandlung individuell an:

  • den Hund

  • den aktuellen Zustand

  • den emotionalen und körperlichen Kontext

  • den (finanziellen) Möglichkeiten der Hundehalter. Sieh dir dazu unbedingt mein Fairness-Prinzip an!

Das erfordert Erfahrung, Aufmerksamkeit und kontinuierliche Weiterbildung.

Wohin fließt das Geld?

Natürlich lebe ich von meiner Arbeit. Aber der Großteil dessen, was übrig bleibt, fließt direkt wieder zurück in meine Tätigkeit.

Zum Beispiel in:

  • laufende hochpreisige Fort- und Weiterbildungen – oft parallel, oft abends oder am Wochenende (Gerade im therapeutischen Bereich halte ich Weiterbildung nicht für optional, sondern für Pflicht!)

  • Austausch mit Kolleg:innen in abendlichen Expert:innen-Zoom-Calls

  • Fachliteratur und aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse

  • hochwertige Therapiegeräte (Laser, Elektrotherapie, Ultraschall, Laufband uvm.)

  • Trainings- und Behandlungsmaterial

  • Behandlungsliegen und Praxis-Ausstattung

  • Software-Abos für Dokumentation, Datenschutz, Buchhaltung und Organisation

  • Praxisräume, Nebenkosten, (viele!!!) Versicherungen

Die meisten der Therapiegeräte bewegen sich im hohen fünfstelligen Bereich, die ich jahrelang abbezahle – und werden in den Behandlungen eingesetzt oder kontinuierlich weiterentwickelt.

Deine Investition wirkt zurück zu deinem Hund

Wenn du dich für eine Behandlung entscheidest, investierst du nicht nur in diesen einen Termin.

Du investierst in:

  • bessere Ausstattung

  • erweitertes Wissen

  • mehr therapeutische Möglichkeiten

  • eine Behandlung, die sich stetig weiterentwickelt

Der Rückfluss geht immer dahin, wo er hingehört: zurück zu den Hunden.

Ein persönliches Wort zum Schluss

Dieser Artikel ist keine Rechtfertigung. Er ist eine Einladung zum Verstehen.

Ich erlebe in meiner Arbeit immer wieder, dass Hundehalter:innen bereits sehr viel Geld investiert haben – in Tierärzt:innen, Kliniken, Spezialist:innen, Ernährungsberatung, Geräte und unterschiedlichste Therapieansätze. Oft aus Sorge, aus Liebe, aus dem ehrlichen Wunsch heraus, alles richtig zu machen.

Und trotzdem passiert es immer wieder, dass ausgerechnet dort gezögert wird, wo Zeit, Erfahrung, ganzheitlicher Blick und echte therapeutische Begleitung zusammenkommen.

Nicht aus bösem Willen. Sondern oft, weil Nähe und Mitgefühl es leichter machen, Preise zu hinterfragen.

Ich habe ein großes Herz für Hunde und auch für Menschen. Und genau deshalb habe ich für mich ein klares Fairnessprinzip entwickelt.

Meine Preise sind fair kalkuliert – und gleichzeitig bin ich mir bewusst, dass das Leben nicht immer planbar ist. In besonderen Situationen finden wir im persönlichen Gespräch individuelle Lösungen, die für beide Seiten stimmig sind. Nicht als Selbstverständlichkeit, nicht als Abwertung meiner Arbeit, sondern getragen von Vertrauen und gegenseitigem Respekt.

👉 Dieses Fairnessprinzip habe ich auf meiner Seite "Honorar" transparent beschrieben und bewusst ganz oben platziert – weil mir Offenheit an dieser Stelle wichtig ist.

Was ich jedoch nicht möchte – und auch nicht mehr tun werde – ist, mich selbst zur letzten Stellschraube zu machen, an der gespart wird.

Nicht, wenn mein Wissen, meine Erfahrung und meine Arbeit oft genau dort ansetzen, wo andere Wege bereits ausgeschöpft wurden.

Die meisten meiner Kund:innen sehen das. Sie ermutigen mich, zu meinen Preisen zu stehen. Sie bezahlen sie gern – weil sie wissen, dass dieses Geld nicht einfach verschwindet, sondern zurückfließt: in Wissen, in Ausstattung, in bessere Möglichkeiten für ihre Hunde.

Dafür bin ich zutiefst dankbar.

Und dieses Bewusstsein wünsche ich mir für alle, die mit mir arbeiten.

Nicht aus Rechtfertigung heraus – sondern aus gegenseitigem Verständnis, Wertschätzung und Klarheit.

Hundephysiotherapie in Karlstein – Svenja Stoll behandelt einen Hund mit Shiatsu, Massage und Mobilisation
Hundephysiotherapie in Karlstein – Svenja Stoll behandelt einen Hund mit Shiatsu, Massage und Mobilisation